Rezension • Das Buch von allen Dingen


* Autor: Guus Kuijer
* Titel: Das Buch von allen Dingen
* Einzelband  
* kostet 9,90 in DE

Klappentext

Thomas kann Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Er sieht tropische Fische, die in den Grachten schwimmen und erfasst die Magie von Frau Amersfoort, der Nachbarin, die ihren Mann im Widerstand verloren hat. Er sieht die Schönheit von Elisa mit ihrem Bein aus Leder, das beim Gehen knirscht, und sogar Herrn Jesus, der Thomas anbietet, ihn einfach nur Jesus zu nennen. Vor manchen Dingen würde Thomas allerdings am liebsten die Augen verschließen. Aber er nimmt sich vor, dass er keine Angst mehr haben will. Und so wird er jeden Tag etwas mutiger und geht in kleinen Schritten seinen Weg. Ein Roman über eine Kindheit in den 50er Jahren - der zeitlose Fragen nach Liebe, Glaube, Freiheit und Glück thematisiert.


In dem Buch geht es um den neunjährigen Thomas, der nur eins möchte: Nämlich glücklich sein! Doch das ist gar nicht so leicht, denn er wird regelmäßig mit einem Holzlöffel von seinem Vater geschlagen und muss mit ansehen, wie seine Mutter ebenfalls Schläge bekommt und diese akzeptiert, ohne sich zu wehren. 
Thomas schreibt alles Mögliche ins "Buch von allen Dingen" - von positiven Dingen: wie z.B seine Gefühle zu  Elisa mit dem Lederbein, oder negative Dinge: wie sein gewalttätigter Vater. 

Thomas ist ein kleiner Junge. Ein Junge, der träumt und Sachen wahrnimmt, die sonst niemand sieht. Meiner Meinung nach kann man ihn und seine Gedanke, sowie seine Handlungen sehr gut nachvollziehen. Er leidet unter den Schlägen seines Vaters und wünscht sich nicht sehnlicher, als das diese aufhören.

Sein Vater jedoch versteckt sich hinter Gottes Rücken. Hier stellt sich mir die Frage: 
Ob Gott möchte, dass Kinder geschlagen werden? Ob Gott Gewalt toleriert und zu Gewalt aufruft?

Dass sich der Vater hinter Gott versteckt, zeigt seine Unsicherheit und auch seine unbewusste Angst. Was mir gefallen hat, ist die zunehmende Veränderung, die man beim Vater bemerkt. Anfangs ist er noch sehr von seiner Erziehungsmethode überzeugt, doch mit der Zeit wird er von seinen Mitmenschen indirekt beeinflusst. Durch Frau Amersfort, Thomas Schwester und seiner Tante. Es gibt einige prägenden Momente. Beispielsweise die Tante, welche von ihrem Mann geschlagen wurde und aus Protest Hosen trägt oder die Schwester, die sich langsam dagegen wehrt..

Das zentrale Thema ist häusliche Gewalt. Ein schwieriges Thema, welches nicht oft in Kinderbüchern vorkommt. Umso überraschter bin ich, wie es in diesem Buch umgesetzt wurde. 
Viele schockierende Momente gab es, doch genauso wurden schöne Momente beleuchtet. 

Auch Liebe und Freundschaft, Unterdrückung, Mut und Solidarität, die Macht von Büchern und Musik sind im Buch präsent. 

Für mich gibt es folgende Message: Gemeinsam kann man alles schaffen.  Denn Thomas allein hätte seinen Vater von der Gewalt nicht abbringen können. Durch die Hilfe seiner Mutter, Schwester und Tante, sowie der Nachbarin  gelang es ihm, seinen Vater zum Ruckzug zu bewegen.

Ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt. 
Besonders präsent ist das Thema "häusliche Gewalt" im Bezug zur Religion. Der Schreibstil ist sehr kindlich und gut verständlich. Auch die Charaktere sind realistisch beschrieben. Alles in einem ein Buch, welches besonders die dramatische Realität der 50er darstellt und einem die Augen öffnet. 

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