Samstag, 16. Juli 2016

Between Love and Forever || Rezension








• 304 Seiten 

• 8,95 € [D]

• ISBN: 978-3-423-71515-7

• Dtv-Verlag

 

Abby hat sich schon lange damit arrangiert, dass sie immer im Schatten ihrer schönen, drei Jahre älteren Schwester Tess steht. Während Tess stets von Männern umlagert ist, fühlt sich Abby als Mauerblümchen. Doch auf einmal ändert sich alles dramatisch - Tess hat einen schweren Autounfall und liegt seit Monaten im Koma. Damit steht auch Abbys Leben gleichsam still, alles dreht sich nur noch um Tess. Hat Abby es früher schwierig gefunden, mit Tess zu leben, so ist es nun viel schwieriger, ohne sie zu leben. Abby wünscht sich so sehr ihr altes Leben zurück.

 

Ich weiß nicht, was sich der Dtv-Verlag bei der Gestaltung gedacht hat.
Vielleicht: "Wollen wir das Buch mal mit einem modischen Cover versehen, das kaum zum Buch passt und es in die 'oberflächliche-Liebesgeschichte-Schiene' packen? Denn so sieht es für mich aus, leider.
Die Gestaltung ging also ziemlich daneben, was ich sehr schade finde. Das Buch ist nämlich viel mehr, als dieses unpassende Cover erahnen lässt.

 

In Between Love and Forever geht es um die Protagonistin Abby, die uns aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte erzählt.
Ihre Schwester Tess liegt aufgrund eines Autounfalles im Koma. Eigentlich ist es aussichtslos, dass Tess wieder aufwacht. Aber Abby klammert sich an diesen Gedanken wie eine Ertrinkende ans Rettungsboot. Sie möchte es nicht wahrhaben.
Eines Tages besucht Abby, wie üblich, ihre Schwester im Krankenhaus. Jedoch ist dort auf einmal ein junger, gutaussehender Mann. Als er spricht, meint Abby gesehen zu haben, wie Tess's Augenlider sich bewegten. Sie schafft es, den Jungen namens Eli zu überreden, mit Tess zu sprechen, in der Hoffnung sie würde aufwachen. Sie würde aufwachen und sich in den wahnsinnig schönen Eli verlieben.
Doch dabei war nicht geplant, dass sie und Eli sich näher kennenlernten. Und Gefühle entwickelten, die Abby sich verboten hatte. Und was hatte es eigentlich mit der perfekten, strahlenden Tess auf sich?







 Abby ist 17 Jahre alt und sie fühlt sich minderwertig. Sie denkt, sie hätte nicht das Recht geliebt zu werden und das auch nie jemand in der Lage wäre, ausgerechnet sie zu lieben. Sie hat so wenig Selbstbewusstsein und macht sich selbst kleiner als sie ist. Abby findet sich selbst hässlich und ist der Meinung, dass sie immer im Schatten ihrer Schwester stehen würde. Dass sie ihrer perfekten Schwester niemals das Wasser reichen könnte.
Als Leser weiß man, dass das totaler Quatsch ist und oft habe ich mir einfach nur gedacht: "Mädchen, du bist nicht hässlich und du bist auch nicht minderwertig. Du bist vielleicht anders, aber ist das unbedingt schlecht? Nein! Es ist gut, anders zu sein. Jeder sollte so sein, wie er nun mal ist." Ich hätte ihr das so gern ins Gesicht geschrien.
Dann widerrum kann ich sie verstehen - es ging immer nur um die schöne Tess, die jeder bewunderte. Jeder wollte so sein wie sie, jeder Typ wollte mit ihr zusammen sein und jedes Mädchen mit ihr befreundet. Dass sich Abby dadurch total nutzlos und überflüssig fühlt, kann ich gut verstehen. Die Autorin hat ihre Gefühle und Gedanken sehr authentisch rübergebracht und so konnte ich Abby immer nachvollziehen.
 Was mir gut gefallen hat, ist Abby Mini-Entwicklung. Zwar ist diese wirklich nur auf den letzten Seiten zu lesen, aber immerhin.

Von dem Anfangs schönen Eli hielt ich nicht viel, je besser ich ihn jedoch kennenlernte, desto mehr ändere sich meine Meinung. Ins Positive. Er war mehr als nur der Schönling. Und das fand ich gut, ein bisschen Klischee-haft, aber gut.

Die Nebencharaktere fand ich erfrischend lebendig. Zum Beispiel die beste Freundin Claire, die auf mich irgendwie sympathisch wirkte.



Die Handlung ist gut. Es ist jedoch offensichtlich, dass sowas nie in der Realität passieren würde. Manches war mir einfach zu unrealistisch.





 Die Idee an sich würde vermutlich niemals einen Oscar gewinnen. Die Umsetzung fand ich aber sehr gut. Die Charaktere waren sympathisch (mit ihren Macken, ne Abby?) und es hat definitv zum Nachdenken angeregt.




Der Schreibstil ist toll. Mit schönen Metaphern und die Sätze hatten oft eine doppeldeutige Bedeutung, was mir sehr imponiert hat.






Das Buch ist tiefgründig und gleichzeitig federleicht.
Ich finde es super, was die Autorin mit diesem Buch sagen wollte. Es gab mehrere Messages, mehrere Sachen, die die Autorin in die Geschichte einfließen ließ. Wie etwa: "Opfere dein Leben nicht für andere auf", oder "Jeder Mensch hat das Recht, glücklich sein zu dürfen"  - Ein schönes Buch, das mich nachdenklich gestimmt hat. Es könnte vermutlich vielen Jugendlichen, die sich minderwertig fühlen, die Augen öffnen.

Meine Empfehlung geht raus an:
Jugendliche oder Personen generell, die ein schnelles Buch zum Weglesen brauchen. Die vielleicht über ihre Einstellungen in der Hinsicht nachdenken möchten und Anregung brauchen, die dieses Buch wirklich bietet. // über Themen lesen wollen, wie Selbstfindung, erste Liebe, Trauer

 
 
 
 Bewertung (in Noten): 
» Gestaltung: 4 [ Diese Gestaltung wird dem Buch NICHT gerecht! ]
» Charaktere: 2+
» Handlung: 2
» Idee: 3
» Umsetzung: 2+
» Schreibstil: 2+
End-Bewertung: 2
 











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